Sommerfrische Weißbiere

Die Besonderheiten der Weizenbiere sind der hohe Anteil an Weizenmalz von mindestens 50% und die Verwendung besonderer obergäriger Hefen, die für die fruchtigen Noten nach Banane und Zitrone oder für die Gewürznelken-Aromen verantwortlich sind. Mild und mit kaum wahrnehmbarer Bittere im Geschmack erfreut und erfrischt es in der sonnigen Jahreszeit –und das schon seit Jahrhunderten!

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Weißbier hat Geschichte

Weißbier oder auch Weizen oder Weizenbier genannt ist ein von bayerischen Brauern über Jahrhunderte in Süddeutschland etablierter Bierstil, der neben seinem fruchtig-hefefrischen Geschmack viele Anekdoten aus der bayerischen Geschichte erzählen kann. So wundert es nicht, dass Weizenbiere am häufigsten in Süddeutschland anzufinden sind, was auf die historischen Wurzeln zurückzuführen ist, wodurch es von Beginn an als eine Besonderheit galt. Denn seit 1516 war gemäß des Reinheitsgebotes das Brauen von Weizenbier verboten. Als Ausnahme gab es nur den Freiherr von Degenberg, der als Gegenleistung für die Unterstützung des bayerischen Herzogs das Recht hatte Weizenbier zu brauen. Als 1602 der Freiherr von Degenberg ohne männlichen Nachfolger blieb, kam das Recht zum Weizenbierbrauen an den bayerischen Herzog Maximilian IV. zurück. Er übernahm deren „Weiße Brauhäuser“ und gründete selbst neue, 1607 das erste und älteste noch bestehende in Kelheim. Damit lag das alleinige Recht, Weizenbier zu brauen, in den Händen des jeweiligen bayrischen Landesherrn. Und das machten die Herzöge so erfolgreich, dass damit die Staatsfinanzen wieder im Lot waren. Im 18. Jahrhundert ging der Marktanteil des Weizenbieres stetig zurück und mit Gesetz vom 6. August 1798 hob der bayerische Kurfürst Karl Theodor das Monopol auf. In Bayern und Baden-Württemberg existieren noch viele spezialisierte Weizenbierbrauereien, die weiterhin ausschließlich obergärige Biere brauen und so diese Tradition fortführen.

Die Weißbier-Vielfalt

Allen Weizenbieren haben als Gemeinsamkeit den Weizenmalzanteil von über 50% sowie die Verwendung obergäriger Hefe. Und doch führt dies zu unendlichen Möglichkeiten, denn jeder Hefestamm produziert während der Gärung unterschiedliche Aromen und jedes Malz das neben dem Weizenmalz verwendet wird bringt seinen Geschmack und seine besondere Eigenschaft bei der Vollmundigkeit und auch jeder Hopfen macht Unterschiede. Dazu führen die bei den Brauereien unterschiedlichen Faktoren beim Brauprozess wie Temperaturführung, Druck, offene Gärung, Flaschengärung, Lagertanks, Reifezeit etc. zu individuellen sensorischen Eigenschaften.


Folgende wichtige Kategorien der Weißbier-Vielfalt haben sich etabliert:

Leichtes Weißbier

Oft sind die leichten Weißbiere leicht hefetrüb und haben eine getreidig gelbe Farbe. Im Glas zeigt sich ein dichter weißer Schaum. Im Geruch und im Geschmack bleibt es durchgängig weißbiertypisch leicht und fruchtig-frisch.

Die „Leichtigkeit“ ergibt sich durch eine niedrigere Stammwürze, die zu geringerem Alkoholgehalt und zwischen 35- 45% weniger Kalorien führt. Zusätzlich betont wird das leichte Gefühl durch einen schlanken, weniger vollmundigen Körper, fruchtig leicht säuerliche Frische, feines ausgewogenes mildes Geschmacksprofil und ein prickelndes Mundgefühl.


Leichtes Weißbier Faktencheck

Hefeweizen Hell

Die bekannte und weit verbreitete Weißbierkategorie hat ein optisches Erscheinungsbild mit kräftiger weißen Schaumkrone, deutlicher Hefetrübung und gelber bis goldener Farbe. Im Geschmack und Geruch zeigt sich das typische obergärige Profil mit fruchtigen Aromen nach Banane, Grapefruit oder Zitrone und die phenolischen Noten ( gewürznelken- oder muskatnussartig). Hopfengeschmack und -geruch sind nur ganz dezent wahrnehmbar. Hefeweizen sind hoch vergoren und haben einen hohen Kohlensäuregehalt, der für ein anregend spritziges Mundgefühl sorgt.


Hefeweizen Hell Faktencheck

Hefeweizen Bernsteinfarben

Das in warmen Bernsteinfarben leuchtende naturtrübe Weizenbier hat eine feinporige, stabile und cremige Schaumkrone. Es entfaltet einen aromatischen Duft der von fruchtigen Noten nach deutlich Banane und etwas Zitrone oder Aprikose geprägt ist. Stets begleitet werden die Fruchtaromen von mehr oder weniger ausgeprägten Noten nach Gewürznelke. Die von der Farbe bereits angekündigten Malzaromen kommen im Haupttrunk elegant mit Eindrücken von Karamell und Getreide in Erscheinung. Diese leicht süßen milden Geschmacksnoten vereinen sich mit den fruchtigen und würzigen Aromen und geben dem Weißbier seine Vollmundigkeit, die im Zusammenspiel mit der ausgeprägten Rezenz eine erfrischende Harmonie vom ersten Antrunk bis zum Schlucken prägt.


Hefeweizen Bernsteinfarben Faktencheck

Hefeweizen Dunkel

Eine Kombination aus geröstetem Malz und obergäriger Weißbierhefe sorgt für die hefetrübe dunkelbraune Farbe und eine stabile haselnussfarbene dichte Schaumkrone.

Die dunkle Weizenspezialität hat im Geruch vielfältige Röstaromen nach Schokolade, Karamell, Nuss, Brot und Kaffee. Hinzu kommen die hefefruchtige Aromen nach Banane und Gewürznelke.

Auch im Trunk zeigen sich die Aromen des Geruchs mit einem vielfältigen mehr oder weniger süß geprägtem Malzspektrum. Ein weiches rundes Mundgefühl mit belebender Kohlensäure rundet das Geschmackserlebnis ab. Alles bleibt leicht erfrischend, charakterstark und wunderbar in Balance.


Hefeweizen Dunkel

Kristallweizen

Nach der Gärung werden durch Filtration die Hefe und sonstigen Schwebstoffe entfernt, sodass ein Kristallweizen im Glas glanzklar in hellem bis kräftigerem Gelb das Auge erfreut. Ganz ohne Trübung kann man dem Spiel der aufsteigenden Kohlensäurebläschen zuschauen und die schneeweiße dichte Schaumkrone bewundern. Früher waren Kristallweizen viel häufiger als heute anzufinden und aufgrund der sehr prickelnden und spritzigen Kohlensäure recht beliebt unter der Bezeichnung Champagnerweizen. Gemäß EU-Herkunftsbezeichnung darf diese Bezeichnung aber nicht mehr verwendet werden, da der französische Champagner hier einen Schutz erwirkt hat. Ein feiner fruchtig frischer Duft nach Zitrusfrüchten, Banane sowie eine Prise Getreide mit Gewürznelke zeigen schon vorm Trinken wo es lang geht. Beim ersten Schluck spürt man das kräftig belebende Spiel der Kohlensäure, was zusammen mit dem schlanken Körper besondere Leichtigkeit verleiht. Elegante Getreidenoten verbinden sich mit den fruchtig frischen Aromen und klingen erfrischend trocken aus.


Kristalweizen Faktencheck

Alkoholfreies Weißbier

Seit Jahren steigt der Absatz und die Beliebtheit für Alkoholfreies Weißbier. Wie bei anderen alkoholfreien Bieren kann der geringe Alkoholgehalt (bis zu 0,5 Prozent Alkohol) eines alkoholfreien Weizenbiers durch unterschiedliche Herstellungsverfahren erreicht werden. Die drei wesentlichen Optionen sind dabei die gestoppte Gärung, eine spätere Entalkoholisierung oder der Einsatz von besondere Hefen, was kleineren Brauereien ohne teure Investitionen alkoholfreies Weißbier ermöglicht. Jedes Verfahren spiegelt sich auch im Geschmacksprofil wider. Bei der gestoppten Ga¨rung bleibt das Bier unvergoren süßlich und viele typische Gärungsaromen können nicht entstehen. Bei der Entalkoholisierung gehen Malzsüße und die Geschmacksintensität deutlich zurück und es kommen frische Sauerteigartige Noten hinzu. Oft werden beide Verfahren angewendet und das alkoholfreie Weißbier verbindet als Mix gelungen beide Eigenheiten zu einem genussvollem Ganzen. Beim Einsatz von besonderen Hefestämmen, die nur eingeschränkt die gelösten Malzzucker in Alkohol umzuwandeln können, kann die Hefe Gärungsaromen ausbilden. Das meist leichte mit 7 -9 °P Stammwürze eingebraute Weizenbier muss nur im Anschluss – genauso wie das mit gestoppter Gärung – pasteurisiert werden, was weitere Aromen beeinflusst. Also die Herstellung ist gar nicht so einfach, aber das das machen ja die Brauer und die können das.

In der optischen Erscheinung ist das alkoholfreie Weizenbier seinen alkoholhaltigen Verwandten sehr ähnlich. Gelb bis bernsteinfarben oder auch mal dunkelbraun bis schwarz, naturtrüb und mit einem ausgeprägten Schaum macht es beim Anschauen im Glas schon Durst. Im Geschmack und Geruch zeigen sich zurückhaltend typische obergärige Aromen nach Banane oder Zitrusfrüchte mit phenolischen Noten. Hinzu kommen je nach Malzmischung und Herstellungsverfahren Eindrücke von Schwarzbrot bzw. Sauerbrot oder süßliche Malznoten. Im Mund vereint sich alles gelungen und die lebendige Kohlensäure im Zusammenspiel mit leicht säuerlich-fruchtigen sowie malzigen Aromen gibt dem Weizen alkoholfrei eine schöne Leichtigkeit. Gerade für heiße Sommerstunden und nach dem Sport ein erfrischender isotonischer angenehm zu trinkender Durstlöscher.


Alkoholfreies Weißbier Faktencheck

Noch mehr Weißbier-Vielfalt

Neben den weniger sommerlichen aber wunderbaren Weizenböcken gibt es seit einigen Jahren auch hopfenbetonte Weizenbiere. Verschiedene Hopfensorten bringen hier besonders bei Kalthopfung Aromen nach Zitrus, Grapefruit, Orange, Maracuja oder nach frischen Kräutern ein und geben dem gesamten Geschmacksprofil zusätzliche sommerliche Eindrücke.

Auch der belgische Bierstil Wit-Bier ist ein naher Verwandter zum Weißbier. Hier setzen Koriander und getrocknete Orangenschalen weitere Akzente.

Aber damit ist die Vielfalt noch nicht am Ende, denn viele weitere Interpretationen obergäriger Biere mit Weizenmalz stehen zur Entdeckung lokal bei Ihnen und weltweit bereit.

Warum passen Sommer und Weißbier so gut zusammen?

Fruchtige Aromen gepaart mit feiner erfrischendem Säurespiel und angenehmer milder Süße prägen nicht nur Weißbiere sondern viele sommerliche Getränke. Die durchwegs ausgeprägte Rezenz gibt dem Ganzen dazu noch den erfrischenden Schwung.

Daher ist es nicht verwunderlich wenn auch bei den Weizen-Mischgetränken neben dem Klassiker Weizen-Zitronenlimo weitere Früchte wie Ananas, Grapefruit, Blutorange oder Holunder verwendet werden für alkoholfreie und alkoholhaltige Varianten.

Die Weißbieraromen passen auch hervorragend zu sommerlichen leichten Gerichten wie Salat, Fisch, Spargel oder mediterran zubereitetes Geflügel. Außerdem ist freilich auch ein Weißwurstfrühstück eine gute Kombination – Im Sommer , Herbst, Winter und auch im Frühjahr.


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Extratipp: Sommercocktails mit Weißbier

Weizen-Hugo

Irgendwie bekannter Geschmack, aber doch elegant anders.

1,0 cl Holunderblütensirup und 1,5 cl Limettensaft in ein Glas geben und mit kaltem Kristallweizen vorsichtig aufgießen. Vorsichtig damit die Spritzigkeit erhalten bleibt. Nach Gusto mehr oder weniger Minze und wer will einige Eiswürfel hinzugeben.


Zombeer

Stark und Bier ist gleich Starkbier? Nicht immer. Hier trifft Bier auf tropische Früchte und Rum, viel Rum.
8 cl weißen Rum, 4 cl braunen Rum, 4 cl Grenadine, 8 cl Ananassaft, 8 cl Orangensaft und 8 cl Limettensaft mischen und in ein passendes Glas mit Eiswürfeln geben. Dann mit 20 cl Weißbier auffüllen. Für ein Schaumkrönchen sorgt die Weißbierhefe am Flaschenboden, die als Finish mit viel Schwung auf den Cocktail gegeben werden kann.


Weizenbier Mojito

Weißbier-Mojito

Minzig, spritzig, superfrisch.

Das Raffinierte: Die Hefenote des Weißbiers passt ideal zum Rum sowie zum Rohrzucker und gibt dem Weißbier-Mojito einen kräftigen Stand.

3 Minzzweige knicken und in ein Glas stecken. Mit 3 cl Limettensaft, einem gehäuften Esslöffel weißem Rohrzucker und 5 cl weißem Rum auffüllen. Die Minze mit dem Löffel leicht andrücken. Crushed Ice zugeben. Mit Weißbier auffüllen und umrühren.


Weitere leckere Bier-Cocktailrezepte findet ihr auch unter www.reinheitsgebot.de


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